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Wie groß sollte ein Katzenklo sein?

Hygiene beim Katzenklo: Tipps, Hilfsmittel und die Wahrheit über Plastiktüten und selbstreinigende Klos - Miriam Petker

Sie steht mit den Vorderpfoten auf dem Rand, das Hinterteil ragt über die Kante, und die Pfütze landet hinter dem Klo statt darin. Oder sie scharrt ausgiebig, aber an der Wand statt in der Streu, und springt danach so schnell hinaus, als wäre sie auf der Flucht. Wenn ich in der Beratung nach der Größe der Toilette frage, höre ich oft: „Die ist doch groß genug, sie passt ja rein.“

Hineinpassen und Platz haben sind zwei verschiedene Dinge. Die Größe der Katzentoilette ist eine Stellschraube, die oft unterschätzt wird, und gleichzeitig eine der einfachsten, an denen du drehen kannst.

Die kurze Antwort

Ein Katzenklo sollte so groß sein, dass deine Katze zweimal hintereinander in die Diagonale der Bodenfläche passt. Miss sie von der Nasenspitze bis zum Schwanzansatz und verdopple den Wert. So lang sollte die Diagonale mindestens sein. Bei einer Katze mit 45 Zentimetern Körperlänge sind das 90 Zentimeter, zum Beispiel eine Bodenfläche von etwa 55 x 75 Zentimetern. Viele Katzenklos aus dem Handel sind dafür zu klein.

Warum viele Katzenklos zu klein sind

Schau dir an, wofür Katzentoiletten im Handel gebaut werden: Sie sollen in die Ecke im Bad passen, unter das Waschbecken oder in einen Schrank. Sie sollen hübsch aussehen, nicht riechen und die Streu drinnen halten. Das sind verständliche Wünsche. Nur sind es unsere Wünsche, nicht die der Katze.

Dazu kommt, dass „groß“ oder „XL“ auf der Verpackung wenig heißt. Angegeben wird häufig das Außenmaß am oberen Rand. Weil die Wände nach unten schräg zulaufen, ist die Fläche, auf der deine Katze tatsächlich steht, deutlich kleiner.

Und dann gibt es noch einen Gedanken, der mir in der Beratung wichtig ist: Dass deine Katze ihre Toilette benutzt, heißt nicht, dass sie sie gut findet. Gesunde, entspannte Katzen nehmen erstaunlich viel hin. Sie arrangieren sich, manchmal jahrelang. Kommt dann etwas dazu, das sie belastet, zum Beispiel Stress, Schmerzen, das Älterwerden oder eine neue Katze im Haushalt, wird die zu kleine Toilette plötzlich zu dem Punkt, an dem es kippt. Für die Halterin kommt die Unsauberkeit dann aus heiterem Himmel. Für die Katze hat sie sich lange angekündigt.

Was deine Katze auf der Toilette eigentlich tut

Um zu verstehen, warum die Größe so viel ausmacht, lohnt sich ein genauer Blick auf den Ablauf. Eine Katze geht nicht einfach auf die Toilette. Sie sucht sich eine Stelle, schnuppert, scharrt mit den Vorderpfoten eine kleine Grube, dreht sich um, hockt sich hin, dreht sich wieder, scharrt zu und schnuppert noch einmal. Jeder dieser Schritte braucht Platz, vor allem das Umdrehen. Dafür braucht sie ihre ganze Körperlänge, und zwar nicht nur in eine Richtung.

Beim Kotabsatz dauert alles noch etwas länger, und die Haltung ist anstrengend. Rücken, Hüfte und Knie arbeiten mit. Eine Katze, die dabei mit dem Hinterteil an die Wand stößt oder sich nicht richtig hinhocken kann, sucht sich die Haltung, die ihr Körper erlaubt. Manchmal heißt das: Vorderpfoten auf den Rand. Manchmal heißt das: daneben.

Außerdem suchen Katzen sich für jeden Toilettengang eine saubere Stelle. Was sie stört, ist nicht unbedingt, dass vor ihnen schon jemand da war, sondern die benutzte Streu selbst. In einer kleinen Toilette ist nach dem ersten oder zweiten Besuch kaum noch eine saubere Ecke übrig, erst recht, wenn sich mehrere Katzen eine Toilette teilen. Je größer die Fläche, desto mehr saubere Stellen bleiben bis zur nächsten Reinigung.

Und schließlich ist eine Katze beim Ausscheiden verletzlich. Sie möchte sehen können, wer kommt, und im Zweifel schnell weg können. In einer engen Kiste, in der sie mit der Nase an der Wand steht, gelingt ihr das kaum.

So findest du die richtige Größe

Meine Faustregel: zweimal in die Diagonale

Stell dir vor, du legst deine Katze ausgestreckt von einer Ecke der Toilette in die gegenüberliegende. Und dann hättest du noch einmal genauso viel Platz. Mit dieser Faustregel arbeite ich in der Beratung, weil sie sich ohne Maßband auf einen Blick einschätzen lässt.

Die internationalen Fachgesellschaften für Katzenmedizin (AAFP und ISFM) nennen als Untergrenze das Anderthalbfache der Körperlänge, gemessen von der Nasenspitze bis zum Schwanzansatz. Meine Diagonalen-Regel kommt meist zu einem ähnlichen oder etwas großzügigeren Ergebnis. Das ist Absicht. Bei der Toilette gilt für mich: lieber zu groß als zu klein.

Ein Rechenbeispiel

So rechnest du es für deine Katzen konkret aus:

  1. Miss deine Katze von der Nasenspitze bis zum Schwanzansatz, ohne den Schwanz. Bei vielen erwachsenen Katzen sind das 40 bis 50 Zentimeter.
  2. Verdopple den Wert. Bei 45 Zentimetern kommst du auf 90 Zentimeter.
  3. So lang sollte die Diagonale der Bodenfläche mindestens sein. Das erreichst du zum Beispiel mit einer Fläche von 55 x 75 Zentimetern.

Große Katzen wie Maine Coons können 55 bis 60 Zentimeter Körperlänge erreichen. Dann brauchst du eine Diagonale von bis zu 120 Zentimetern, also eine Fläche von etwa 70 x 100 Zentimetern. Fertig im Zoohandel findest du das kaum, dazu gleich mehr.

Leben bei dir mehrere Katzen, miss die größte. Deine Katzen nutzen in der Regel alle Toiletten, nicht jede nur ihre eigene, und jede Toilette sollte für jede deiner Katzen passen.

Miss innen und am Boden

Wenn du eine neue Toilette aussuchst, achte auf das Innenmaß der Bodenfläche, nicht auf die Maße am oberen Rand. Schräge Wände kosten Fläche. Plane außerdem die Höhe mit ein: Die Streu sollte etwa eine Handbreit hoch sein, damit deine Katze richtig graben kann. Darüber braucht es genug Rand, damit die Streu beim Scharren nicht hinausfliegt.

Hoher Rand oder niedriger Einstieg?

Bei der Randhöhe gibt es kein pauschales Richtig. Es kommt auf deine Katzen an.

Wann ein hoher Rand hilft

Ein hoher Rand hält die Streu in der Toilette und ist ein Segen bei Katzen, die im Stehen pinkeln statt in der Hocke. Bei ihnen geht der Strahl über einen niedrigen Rand hinweg, und die Pfütze landet hinter der Toilette, obwohl die Katze drinsteht. Das sieht aus wie Unsauberkeit, ist aber eine Frage der Randhöhe.

Wann ein niedriger Einstieg wichtig ist

Ein niedriger Einstieg ist wichtig für Kitten, für Seniorinnen, für Katzen mit Arthrose oder Übergewicht und für Katzen nach einer Operation. Ein hoher Rand ist für sie bei jedem Toilettengang eine Hürde, und Gelenkschmerzen zeigen Katzen oft sehr lange nicht. Meidet eine ältere Katze plötzlich die Toilette, lohnt sich deshalb der Blick auf den Einstieg und bei der Tierärztin der Blick auf die Gelenke.

Das Beste aus beidem

Eine offene Toilette mit hohem Rand an drei Seiten und einem niedrigen, gut übersteigbaren Einstieg an der vierten verbindet beides. Leben bei dir Katzen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen zusammen, dürfen auch die Toiletten unterschiedlich sein.

Und was ist mit der Haube?

Haubentoiletten sind beliebt, weil wir den Geruch nicht mehr wahrnehmen und die Streu drinnen bleibt. Viele Katzen nehmen sie aber schlechter an, und dafür gibt es Gründe.

Unter der Haube staut sich der Geruch. Was für uns draußen angenehm ist, steht für die Katze drinnen konzentriert in der Luft, und ihre Nase ist um ein Vielfaches empfindlicher als unsere. Stell dir eine Dixi-Toilette im Hochsommer vor. Die suchst du auch nur auf, wenn es gar nicht anders geht.

Dazu kommt der fehlende Überblick. In einer Haubentoilette sieht deine Katze nicht, wer sich nähert, und es gibt nur einen Weg hinaus. Für unsichere Katzen und im Mehrkatzenhaushalt ist das ein echter Nachteil. Wer damit rechnet, dass draußen eine andere Katze wartet, geht ungern hinein.

Und dann ist da noch der Alltag: Was wir nicht sehen und nicht riechen, machen wir seltener sauber. Außerdem nimmt die Haube Höhe und Bewegungsfreiheit. Viele große Katzen können darin nicht einmal aufrecht stehen.

Mein Tipp: Nimm die Haube ab oder entferne wenigstens das Türchen. Es gibt Katzen, die eine Haube mögen, und das ist in Ordnung. Ob das bei deinen Katzen so ist, zeigen sie dir, wenn sie die Wahl haben. Stell eine offene und eine geschlossene Toilette auf und beobachte, welche häufiger genutzt wird.

Wenn es im Handel nichts Passendes gibt

Wenn du nach meiner Faustregel misst, wirst du merken: Im Zoohandel wird es schnell eng. Die gute Nachricht ist, dass es einfache Alternativen gibt.

Mörtelwannen aus dem Baumarkt

Ich nutze sie selbst für meine Katzen. Sie sind groß, haben hohe Wände, stehen stabil und kosten wenig. Für Katzen, die die Streu großzügig verteilen, im Stehen pinkeln oder lange nach der perfekten Stelle suchen, sind sie ideal.

Große Aufbewahrungsboxen

Flache Unterbettboxen eignen sich gut für Seniorinnen, weil der Einstieg niedrig ist. In hohe Boxen kannst du an einer Seite einen Einstieg hineinschneiden.

Worauf du achten darfst

Schneidest du einen Einstieg, schleif die Kante glatt oder setz einen Kantenschutz darauf, damit sich niemand verletzt. Die Wanne sollte fest stehen und nicht kippeln. Neue Kunststoffwannen riechen manchmal stark. Lass sie ein paar Tage auslüften, bevor du sie aufstellst.

Und die selbstreinigenden Katzentoiletten? Die Technik verändert sich gerade stark, und viele Halterinnen fragen mich danach. Dem Thema widme ich einen eigenen Artikel.

Woran du erkennst, dass das Katzenklo zu klein ist

Deine Katzen zeigen dir, ob ihre Toilette passt. Achte bei den nächsten Toilettengängen auf diese Zeichen:

Die Pfoten stehen auf dem Rand

Deine Katze steigt nicht ganz hinein, sondern balanciert mit den Vorderpfoten oder sogar mit allen vier Pfoten auf der Kante. Oft fehlt ihr drinnen der Platz oder eine saubere Stelle.

Urin oder Kot liegen direkt am Rand oder dahinter

Das Hinterteil ragt über die Kante, und was in die Toilette gehört, landet daneben. Deine Katze war dabei in der Toilette. Sie hatte nur nicht genug Platz.

Gescharrt wird an der Wand oder neben der Toilette

Kratzt deine Katze am Rand, an der Wand oder am Boden davor statt in der Streu, kommt sie mit den Pfoten nicht dorthin, wo sie graben möchte.

Kurz rein, schnell raus

Sie verschwindet nur kurz in der Toilette, scharrt nicht zu und springt hinaus, als wäre sie auf der Flucht. Eine Katze, die sich auf ihrer Toilette wohlfühlt, lässt sich Zeit.

Weiche Flächen werden interessant

Die Badematte, der Teppich, die Bettdecke oder Wäsche auf dem Boden: Weiche, große Flächen sind aus Katzensicht oft schlicht die bessere Toilette. Das ist kein Trotz und keine Rache. Deine Katze tut etwas für sich, nicht gegen dich.

Wann hast du deinen Katzen das letzte Mal ganz bewusst zugeschaut, während sie auf der Toilette waren? Und was haben sie dir dabei gezeigt?

Eine größere Toilette einführen, ohne dass deine Katze aussteigt

Tausch die alte Toilette nicht über Nacht aus. Eine Katze, die morgens ihre gewohnte Toilette nicht mehr findet, sucht nicht die Wohnung ab. Sie geht dorthin, wo die Toilette immer war. Steht dort etwas, das sie nicht kennt, sucht sie sich im Zweifel einen anderen Platz.

So gelingt der Wechsel:

  1. Stell die neue, größere Toilette zusätzlich auf, am besten in der Nähe der alten.
  2. Fülle sie mit derselben Streu, die deine Katzen kennen.
  3. Lass die alte Toilette stehen, bis die neue über mehrere Tage zuverlässig genutzt wird. Erst dann räumst du die alte weg.
  4. Verändere immer nur eine Sache auf einmal, und nicht gerade während eines Umzugs, einer Renovierung oder wenn eine neue Katze eingezogen ist.

Und falls deine Katze regelmäßig an derselben Stelle neben die Toilette pinkelt: Das ist oft eine Standortangabe. Sie zeigt dir, wo sie ihre Toilette gern hätte. Stell eine zusätzliche Toilette genau dorthin, und lass deine Katze vorher von deiner Tierärztin anschauen.

Die Größe ist ein Baustein von mehreren

Eine große Toilette allein macht noch keine gute Toilette. Ob deine Katzen sie gern nutzen, hängt an mehreren Dingen, die zusammenspielen.

Die Anzahl

Die Faustregel lautet: Anzahl der Katzen plus eins. Toiletten, die nebeneinander stehen, zählen aus Katzensicht als eine.

Der Standort

Ruhig, aber nicht abgelegen. Keine Sackgasse, mit Blick in den Raum, nicht in Sichtweite des Futters und nicht im Blickfeld eines Platzes, den eine andere Katze gern besetzt.

Die Streu

Fein, weich, ohne Duft und etwa eine Handbreit hoch.

Die Sauberkeit

Mindestens einmal am Tag Klumpen und Kot entfernen.

Deine Katzen selbst

Eine sanfte Schutzsuchende stellt andere Ansprüche an ihre Toilette als eine selbstbewusste Draufgängerin, und eine Seniorin andere als ein junges Energiepaket.

Im Katzenkreis gehe ich bei all diesen Ressourcen in die Tiefe: wo welche Toilette stehen darf, wie du Toiletten, Näpfe und Rückzugsorte im Mehrkatzenhaushalt so verteilst, dass jede Katze überall hinkommt, ohne einer anderen in die Quere zu kommen, und was deine Katzen je nach Persönlichkeitstyp zuerst brauchen. Hier erfährst du mehr über den Katzenkreis.

Und wenn deine Katze schon jetzt neben die Toilette macht, ist die Größe vielleicht ein Teil der Antwort, aber selten die ganze. Unsauberkeit ist immer zuerst eine Frage für deine Tierärztin, weil häufig eine körperliche Ursache dahintersteckt, etwa an Blase, Nieren oder Gelenken. Ist das abgeklärt und das Problem bleibt, schauen wir gemeinsam auf das ganze Bild. Hier findest du meine Beratung.

Häufige Fragen zur Katzenklo-Größe

Wie groß sollte ein Katzenklo für eine Maine Coon sein?

Rechne mit der Diagonalen-Regel: Bei 55 bis 60 Zentimetern Körperlänge sollte die Diagonale der Bodenfläche 110 bis 120 Zentimeter lang sein. Das entspricht etwa 70 x 100 Zentimetern. Fertige Katzenklos in dieser Größe gibt es kaum. Gut geeignet sind große Mörtelwannen oder Aufbewahrungsboxen.

Wie viele Katzenklos brauche ich bei zwei Katzen?

Drei. Die Faustregel lautet Anzahl der Katzen plus eins. Wichtig ist, dass die Toiletten in verschiedenen Räumen stehen. Drei Toiletten nebeneinander sind für deine Katzen eine Toilette an einem Ort.

Wie hoch sollte der Rand eines Katzenklos sein?

Hoch genug, dass eine Handbreit Streu hineinpasst und beim Scharren nicht hinausfliegt. Pinkelt deine Katze im Stehen, darf der Rand höher sein. Für Kitten, Seniorinnen und Katzen mit Gelenkproblemen braucht es an einer Seite einen niedrigen Einstieg.

Ist ein Katzenklo mit Deckel schlecht?

Nicht für jede Katze, aber viele nehmen eine offene Toilette lieber an. Unter dem Deckel staut sich der Geruch, und deine Katze sieht nicht, wer sich nähert. Probier aus, wie deine Katzen reagieren, wenn du die Haube abnimmst.

ÜBER MICH

Hallo, ich bin Miriam

Eigentlich war ich Logopädin. Dann kam Barny, und mit ihm Fragen, auf die mir niemand eine Antwort geben konnte. Ich habe angefangen zu lernen, zu beobachten und zu verstehen. Heute begleite ich Katzen und ihre Menschen in der Beratung, bilde Katzentrainerinnen aus und bin als Katzenexpertin bei hundkatzemaus auf VOX zu sehen.

Was mich antreibt: Ich wünsche mir, dass Katzen als das gesehen werden, was sie sind.

Individuen wie wir, nur in anderen Körpern.

und jetzt du

Du willst mehr?

Wenn dir der Beitrag geholfen hat und du mehr wissen willst, kannst du entweder im Katzenkreis tiefer einsteigen oder in einer Beratung mit mir persönlich sprechen. Ich freue mich auf dich.

Deine Miriam